Oppo hat die Reno15-Serie mit einem verwirrenden Benennungsschema für verschiedene Märkte auf den Markt gebracht. Das indische Reno15 Pro wird in einigen Ländern tatsächlich als Reno15 Pro Max verkauft, während das globale Reno15 Pro in Indien den Namen Reno15 Pro Mini trägt. Dieser Test konzentriert sich auf das größere indische Modell nach umfangreichen Praxistests.
Design und Verarbeitung
Das Oppo Reno15 Pro verfügt über ein 6,78 Zoll großes LTPO AMOLED-Display mit einer Bildwiederholfrequenz von 120Hz und einer Spitzenhelligkeit von 3.600 nits. Das mittig platzierte Punch-Hole beherbergt eine 50MP Selfie-Kamera, während sich darunter ein optischer Fingerabdruckscanner befindet. Der Scanner arbeitet schnell und präzise, obwohl wir uns gewünscht hätten, dass Oppo ihn für eine bessere Erreichbarkeit auf diesem großen Gerät höher positioniert hätte.

Dreht man das Smartphone um, sieht man eine quadratische Kamera-Insel mit drei Kameras: einem 200MP Hauptsensor, einer 50MP Ultrawide-Kamera und einem 50MP Teleobjektiv mit 3,5-fachem optischem Zoom. Oppo nennt dies das „Dynamic Stellar Ring Design“ mit einem sanften Halo-Leuchteffekt, wenn Licht auf die Oberfläche trifft.
Das Kameramodul besteht aus „One-piece Sculpted Glass“, das mit der Rückseite zu einem einzigen Stück verschmolzen ist. Dies verhindert Staubansammlungen und sorgt für ein nahtloses Design. Die Rückseite verwendet 1,8 mm dickes Glas mit einem hybriden AG-Glanz-Matt-Finish – glänzend um die Kameras herum, ansonsten matt.

Sowohl die Farboptionen Sunset Gold als auch Cocoa Brown sind 7,7 mm dick und wiegen 205 Gramm. Der Rahmen aus Aluminium in Luftfahrtqualität ist resistent gegen Fingerabdrücke. Wir haben das goldene Modell ohne Hülle verwendet und mussten die Rückseite nur selten abwischen.
Das Smartphone verfügt über IP66-, IP68- und IP69-Zertifizierungen für Wasser- und Staubschutz. Außerdem gibt es an der Oberseite einen IR-Blaster sowie Stereo-Lautsprecher.
Displayqualität
Das 6,78-Zoll LTPO AMOLED-Panel bietet eine Auflösung von 2.772 x 1.272 Pixeln bei 450 ppi. Es unterstützt HDR10, HDR10+, HLG und Dolby Vision – alles funktionierte in unseren Tests mit YouTube einwandfrei. Die Widevine L1-Zertifizierung ermöglicht Full-HD-Streaming in unterstützten Apps.
Gorilla Glass Victus 2 schützt den Bildschirm, der über die Splash-Touch- und Glove-Touch-Technologie für die Verwendung mit nassen Händen oder Handschuhen verfügt. Die lokale Spitzenhelligkeit von 3.600 nits sorgt dafür, dass Inhalte auch bei direktem Sonnenlicht gut sichtbar bleiben.

Das LTPO-Panel wechselt je nach Inhalt dynamisch zwischen 1Hz und 120Hz. Es stehen drei Bildwiederholfrequenz-Modi zur Verfügung: Automatische Auswahl (begrenzt auf 90Hz), Standard (60Hz) und Hoch (bis zu 120Hz). Wir empfehlen den Modus „Hoch“ für das flüssigste Erlebnis.
Leistung und Software
Oppo hat das indische Reno15 Pro mit dem MediaTek Dimensity 8450 SoC ausgestattet – dem gleichen Chip wie im Reno14 Pro. Unser Testgerät war mit 12GB LPDDR5X RAM und 512GB UFS 3.1 Speicher ausgestattet. Ab Werk läuft das auf Android 16 basierende ColorOS 16.
Oppo verspricht für fünf Jahre große ColorOS-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches. Die Menge an vorinstallierter Bloatware wurde reduziert – unser Gerät hatte nur zehn Drittanbieter-Apps vorinstalliert, im Vergleich zu etwa zwanzig bei früheren Modellen.

Die tägliche Leistung fühlt sich flüssig an, ohne merkliche Ruckler. Gaming-Sessions von über einer Stunde in Call of Duty: Mobile liefen gut mit angemessenen Temperaturen – warm, aber nie heiß.
Kamerasystem
Das Quad-Kamera-Setup umfasst eine 50MP Samsung ISOCELL JN5 Selfie-Kamera, die 4K60-Videos aufnehmen kann. Auf der Rückseite befindet sich ein Triple-Array: eine 200MP Samsung ISOCELL HP5 Hauptkamera mit f/1.8 Blende und OIS, ein 50MP Teleobjektiv mit 3,5-fachem optischem Zoom (120x digital) und OIS sowie eine 50MP Ultrawide-Kamera.



Alle Rückkameras nehmen Bilder schnell auf, sogar im High-Res-Modus. Die Hauptkamera nimmt jedoch nur bei hellem Tageslicht mit der vollen 200MP Auflösung auf – bei schlechten Lichtverhältnissen wechselt sie standardmäßig auf 50MP für eine bessere Qualität. Dem Teleobjektiv fehlt eine Makro-Funktion, was ein bemerkenswertes Manko ist.
Akkulaufzeit
Ein großer 6.500 mAh Akku treibt das Reno15 Pro an, unterstützt durch 80W kabelgebundenes Laden und bis zu 50W kabelloses Laden. Das Smartphone unterstützt zudem 55W PPS und USB-PD.

In realen Tests bei moderater Nutzung kamen wir problemlos durch eineinhalb Tage, bevor wir das Gerät aufladen mussten. Das mitgelieferte 80W SuperVOOC Ladegerät lud das Smartphone in 15 Minuten auf 31 %, in 24 Minuten auf 50 % und in 54 Minuten auf 100 %.
Fazit
Das Reno15 Pro Mini bietet fast identische Spezifikationen in einem kompakteren 6,59-Zoll Formfaktor für Nutzer, die kleinere Smartphones bevorzugen. Das Oppo Reno15 Pro bietet eine schnelle Performance, ein exzellentes Display, solide Verarbeitungsqualität und eine beeindruckende Akkulaufzeit. Der Hauptnachteil ist der ältere Dimensity 8450 Prozessor in diesem Preissegment. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält ein gut abgestimmtes Flaggschiff-Erlebnis.
